Mein Besuch im Augsburger Tierheim

02.09.2014 15:17

Benedikt Lika und Pinscher-Kurzhaarmix Codie lernen sich unter Anweisung von Tierpflegerin Paula kennen.

Die sitzungsfreie Zeit habe ich gerne dafür genutzt, um einmal über den eigenen politischen Tellerrand zu blicken. Sehr gerne nahm ich dazu das Angebot des Augsburger Tierheims an, einmal hinter die Kulissen zu blicken und mich aus erster Hand über die Aufgaben und Tätigkeiten des Tierschutzverein Augsburg und Umgebung e.V. zu informieren.

Diese bestehen bei weitem nicht nur aus der Unterbringung und der Versorgung von gefundenen Hunden, Katzen und Kleintieren, sondern erstrecken sich über die Themen Naturschutz, Natur- und Umweltpädagogik bis hin zur Betreuung sogenannter "betreuter Taubenschläge", wie ich bei einem ausgiebigen Gespräch vom Vorsitzenden des Vereins, Herrn Heinz Paula und der Geschäftsführerin, Frau Sabina Gassner, erfuhr.

All diese Tätigkeiten und der Unterhalt der Einrichtungen benötigen finanzielle Unterstützung, die teilweise durch Spenden, Fördermitgliedschaften aber auch durch die öffentliche Hand geleistet werden müssen. Hierbei gibt es einiges zu tun und das Geld wird auf der einen Seite dringend benötigt, aber auch sinnvoll eingesetzt, wie ich mir bei einer Führung durch das Haus und über das Gelände (soweit dies barrieretechnisch möglich war) veranschaulichen konnte.

Besonders erfreute mich, dass das Tierheim das Potential der Inklusion erkannt hat und aus eigenen Stücken Ausbildungsplätze für Menschen mit Behinderung anbietet oder das Angebot ausbauen will.

Im Zusammenhang meines Besuches entstand folgende Pressemitteilung des Tierschutzvereins, die ich gerne veröffentliche:

"Anfangs war Hund Cody noch ein wenig schüchtern und recht froh über die Nähe seiner Tierpflegerin Paula Schöbel, aber schließlich gewöhnte er sich schnell an seinen neuen Begleiter Benedikt Lika. Der Augsburger Stadtrat besuchte am 25.08.2014 das Augsburger Tierheim und als Hundefreund (und ehemaliger Besitzer eines Malteser) war klar, dass er auch einen Hund kennenlernen und ausführen wollte. Kraftpaket Cody staunte nicht schlecht: Normalerweise ist es für ihn ein Leichtes, das Herrchen oder Frauchen mal kurz vom Weg abzubringen. Mit Benedikt Lika gelang ihm das nicht. Die neugierige Pinscher-Kurzhaarmischung zieht recht gerne und oft erfolgreich an der Leine, wenn andere Lebewesen ihm begegnen. Die etwa 160 kg, die Lika samt Rollstuhl auf die Waage bringt schaffte auch er nicht. Immerhin hatte der Augsburger Stadtrat ein Leckerli für ihn parat und so war Cody doch zufrieden. 
Und Lika bei seinem Thema: Inklusion. „Man muss die Leute mit ihren Talenten nehmen und manchmal auch improvisieren“. Er trifft mit seinem Anliegen auf offene Ohren, es gibt bereits jetzt einen regulären Arbeitsplatz für einen Mensch mit Beeinträchtigungen, ein weiterer wird gerade auf Gut Morhard in Königsbrunn geschaffen und wenn alles klappt, gibt es schon bald einen Ausbildungsplatz zum/zur Fachwerker/-in Bürokommunikation im Tierheim. Nicht alles entwickelt sich so erfreulich im Tierheim. Lika hörte sich auch die Sorgen an. Vorsitzender Heinz Paula berichtete von baulichen Schwierigkeiten und erklärte, dass es allein aufgrund veränderter gesetzlicher Aufgaben und Forderungen notwendig ist, in das Tierheim zu investieren. „Der laufende Betrieb verschlingt Unsummen, der öffentliche Zuschuss reicht bei weitem nicht aus.“
Tierfreund Benedikt Likas Idee einen Stammtisch mit Politikern und Politikerinnen zu gründen, die sich für den Tierschutz einsetzen, findet großen Beifall. Denn Lika weiß „Einzelkämpfer erreichen wenig, Netzwerkarbeit ist ganz entscheidend.“
 
© Tierschutzverein Augsburg
(Abdruck unter Nennung des Copyright des Textes und der Bilder erwünscht)

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