Rampenbotschafter für Augsburg - Update

11.04.2014 07:34

Am 10. April war ich wieder einmal als Rampenbotschafter für Augsburg unterwegs. Dieses Mal begleitet von einem jungen Team des Bayerischen Rundfunks, die einen Beitrag über die wheelmap und die mobilen Rampen der Sozialhelden im Bereich der Augsburger Gastronomie machen wollten. Die Veröffentlichung des entstandenen Beitrags gebe ich rechtzeitig bekannt.

Der Bayerische Rundfunk dokumentiert die Eingabe in die wheelmap vor dem Cafe anno1578

Zusammen mit einem Fernsehteam sollte die Vergabe einer kostenlosen mobilen Rampe eigentlich kein Problem sein, soweit mein erster Gedanke als ich vor ein paar Tagen die Anfrage des BR bekam. Eigentlich... Denn genauso wie in der wheelmap könnte man Gastronomen auch in 3 Kategorien einteilen.

Kategorie 1 (grün): Sofort begeistert und zugänglich für das Projekt. Geradezu dankbar, dass man an Sie gedacht hat und Ihnen die Möglichkeit bietet, ihre Lokalität so einfach und unbürokratisch rollstuhlgerecht zu machen. Diese wollen und werden sich als Kommunikatoren für die Verbreitung des Projekts in der Gastronomenszene einsetzen, was ich sehr begrüße.

Kategorie 2 (Gelb): Finden die Idee prinzipiell gut, hatten sich bis dato noch keinerlei Gedanken über die Problematik gemacht, weil (O-Ton) "man damit noch nicht konfrontiert worden ist". Leider ist deren Lokalität zwar durch eine mobile Rampe zugänglich, aber das Raumkonzept (oftmals ne hippe Idee, nur nicht barrierefrei) macht ein Benutzen für Rollstuhlfahrer nicht möglich. Aber ein Umdenken bei der nächsten Raumgestaltung wurde angestoßen. Hierbei ist festzuhalten, dass auch wir Menschen mit einer Mobilitätseinstellung die Gesellschaft weiterhin mit unserer Existenz konfrontieren  müssen. Wir sind ja keine Bittsteller, sondern im Endeffekt ein Klientel, das ihr Geld dann bei der Konkurrenz unterbringt...

Kategorie 3 (rot): Das Wort "Bedenkenträger" beschreibt diese Spezies am Besten und erübrigt jede weitere Kommentierung. Vergebliche Liebesmüh, dort Überzeugungsarbeit zu leisten. Hier passt der Ausspruch von Hubert Hüppe, dem ehemaligen Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, "Wer Inklusion/Barrierefreiheit will, sucht nach Wegen - wer sie nicht will, sucht nach Begründungen".

Fazit des Drehtages: Es ist gelungen, den Purist in der Volkhartstraße 12 rollstuhlgerecht zugänglich zu machen (Kategorie 1) und man kann sich nun auf einen barrierefreien Cocktailgenuss freuen. Das Thing im Vorderen Lech 45 ist weiterhin nur im Sommer während der Biergartenzeit nutzbar (Kategorie 2) und das Cafe Dichtl in der Maximilianstraße hat mich und nun wohl auch viele andere als potentiellen Kunden endgültig verloren (Kategorie 3).

Die ein oder andere Idee für den Einsatz der mobilen Rampen habe ich noch, vier weitere warten bei mir zu Hause auf ihren Einsatz. Gleichzeitig bin ich für jeden Vorschlag offen. Am einfachsten eine Mail an mich schreiben, dann versuche ich es dort.

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